Eine kleine Pause im irischen Castrop-Rauxel

Foto: Sylvia Schemmann

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Schon wenn man mit dem Auto über den Altstadtring nach Castrop-Rauxel hinein fährt, sieht man die Zeche Erin. Sie ist eines – wenn nicht sogar das – Wahrzeichen der Stadt. An manchen Tagen erhebt sie sich dunkel vor einem stahlblauen Himmel, an anderen hängt die Spitze des Förderturms in Regenwolken fest und scheint vor dem Grau des Wetters zu verschwimmen. Von den einstigen Zechenanlagen ist heute außer des markanten Fördergerüsts mit dem „Erin“-Schriftzug nicht mehr viel zu sehen. Dennoch lohnt sich gerade im späten Frühling und im Sommer ein Besuch dort. Und sei es nur, um seine Mittagspause mit einem mitgebrachten Bütterken im Erin-Park zu verbringen.

Foto: Sylvia Schemmann

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Heute erinnert hier nicht mehr viel an die harte und schmutzige Arbeit, die hier einst verrichtet wurde. Hat man von der Innenstadt kommend das Einkaufszentrum Widumer Tor hinter sich gelassen, gelangt man über ein eigenartiges architektonisches Konstrukt über den Westring in das Gewerbegebiet Erin-Park. Direkt daneben liegt die Grünanlage mit sanften geschwungenen Hügeln, Bachläufen und einem großen Teich. Ein perfekter Ort, um etwas frische Luft zu schnappen, ein paar Schritte zu laufen und seinen Gedanken nachzuhängen.

Foto: Sylvia Schemmann

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Der Park ist einer irischen Landschaft nachempfunden. Das ist eine Reminiszenz an den Gründer der Zeche Erin. William Thomas Mulvany, der die Zeche 1858 gründete, kam aus Irland. Der Name „Erin“ deutet darauf hin. Es ist eine Form des gälischen „Eire“ und das bedeutet „Irland“. Den heute noch sichtbaren Förderturm im Erin-Park hat er allerdings nicht mehr erlebt: Es handelt sich um den Schacht 7, der erst von 1951 bis 1953 abgeteuft wurde. Damals war Mulvany schon an die 70 Jahre tot, seine Zeche in der Hand einer Tochtergesellschaft der Gelsenkirchener Bergwerks-AG.

Foto: Sylvia Schemmann

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Dennoch ist die Geschichte der Zeche eng mit Mulvanys Namen verknüpft. Ein „keltischer Baumkreis“ und die Hügellandschaft sollen an die Grüne Insel erinnern. Der Teich lädt zum Verweilen ein. Viele Wasservögel wie Enten, Blesshühner und Kanada-Gänse tummeln sich dort und ziehen ihren Nachwuchs auf. Die Vögel zu füttern sollte man sich aber tunlichst verkneifen – auch wenn’s den Kindern noch so viel Spaß macht. Wildtiere zu füttern wird in Castrop-Rauxel, wenn man erwischt wird, ebenso mit einem Verwarngeld belegt wie Hunde in öffentlichen Grünanlagen ohne Leine zu führen. Außerdem riskiert man eine Konfrontation mit den resoluten Aktivisten des örtlichen Gewässerschutzvereins, denen nicht angeleinte Hunde ein Dorn im Auge sind, weil diese häufig Jungvögel angreifen und schwer verletzen oder sogar töten.

Foto: Sylvia Schemmann

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Wärmstens zu empfehlen sei es dagegen, die Hügel im Erin-Park mal zu erklimmen. Obwohl die gar nicht so hoch sind, hat man durch die Lage des Parks einen fantastischen Ausblick über die Stadt und sogar darüber hinaus. Von dem höchsten Hügel aus – gegenüber des Förderturms – ist bei klarer Sicht sogar das Horizontobservatorium auf der Halde Hoheward in Herten zu sehen und der Förderturm der Zeche Ewald Fortsetzung in Oer-Erkenschwick. Und wenn man ganz viel Glück hat, dann sieht man sogar Schafe, die auf den Hügeln grasen.

Ein wirklich schöner Platz zum Entspannen. Und dann kann man gestärkt weiter gehen: Zurück zur Arbeit oder weiter zum nächsten Ausflugsziel.

P.S. Selbst bei bedecktem Himmel bietet der Erin-Turm einen spektakulären Anblick. Glaubt ihr nicht? Bitte sehr!

Foto: Sylvia Schemmann

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