Knödelsänger, wo bist du?

Also, manchmal ist das Leben ja echt unheimlich. Einige Leser erinnern sich vielleicht noch an meinen Beitrag vor ein paar Wochen, in dem ich über Straßenmusikanten in der Dortmunder Fußgängerzone im Allgemeinen und über den Knödelsänger im Besonderen philosophiert haben. Und jetzt das: von dem Tag an, an dem der Beitrag in den unendlichen Weiten des World Wide Web abrufbar war, ist er wie vom Erdboden verschluckt.

Seit Wochen sitze ich im Büro, lausche nach draußen und warte. Doch alles, was ich höre, sind die diversen Folklore-Gruppen, die den Westenhellweg beschallen. Sie sind mit ungebrochenem Enthusiasmus bei der Sache. Stundenlang. Und laut. Und mit dem üblichen begrenzten Repertoire.

Doch der Mann mit der Gitarre und den eigenwilligen Interpretationen von „Gimme Hope, Joana“ und „Let it be“ ist nicht mehr da. Seit ich den Beitrag über ihn in diesem Blog veröffentlicht habe, ist er nicht mehr aufgetaucht.

Es ist nicht so, dass mir seine Sangeskunst fehlt. Nein, nein. Es ist geradezu überraschend, wie gut man sich auf seine Arbeit konzentrieren kann, wenn nicht ständig diese Stimme ins Bewusstsein dringt und einen keinen klaren Gedanken mehr fassen lässt.

Er fehlt…

Aber irgendwie fehlt der Typ. Schließlich gehört der zu Dortmund wie früher die Jesus-rettet-Frau, die aber bereits vor einigen Jahren zu ihrem Schöpfer heim gerufen wurde. Ich will gar nicht, dass er wieder singt. Ich will eigentlich nur wissen, ob es ihm gut geht.

Und damit bin ich nicht allein. Auch die Kollegen im Büro äußern mittlerweile leichte Beunruhigung über die fortwährende Absenz des engagierten Sangesbarden. Macht er vielleicht einfach nur Urlaub? Oder hatte er einfach Ende August bereits genug Geld ersungen, um damit über den Winter zu kommen? Geht er möglicherweise in anderen Städten auf Tour? Oder übt er mittlerweile vielleicht einem richtigen Beruf aus?

Ich weise an dieser Stelle mal energisch die Verschwörungstheorien meiner Kollegen zurück, die mittlerweile vermuten, mein Blog habe magische Kräfte und könne Personen, die mir unliebsam sind, zum Verschwinden bringen. Nein, denn der Knödelsänger ist eigentlich keine unliebsame Person für mich. Unliebsam ist nur sein Gesang. Doch gegen ihn habe ich überhaupt nichts.

Ernsthaft jetzt mal, Leute: Hat irgendjemand den Knödelsänger gesehen?

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